Pädagogisches Konzept

der Kleinkindergruppe Kallamatsch e.V.

 

 

"Nie wieder im späteren Leben ist ein Mensch

so neugierig und offen,

so lernfähig und so kreativ,

ist er ein so großer Entdecker und Nachmacher

wie während der Phase seiner frühen Kindheit."

Prof.Dr. G. Hüther in "Kinder brauchen Spielräume"

 

 

Die Kallamatsch stellt sich vor

Die 1987 gegründete Kleinkindergruppe Kallamatsch e.V. ist eine eingruppige Krabbelgruppe in Elternträgerschaft, die ihre Räumlichkeiten seit Juni 2018 neben der Grundschule Gartenheimschule in Bothfeld hat.

Unsere elf Kallamatsch-Kinder im Alter von ca. 1,5 bis 3,5 Jahren können sich in unseren Räumlichkeiten (großer Multifunktions-Gruppenraum, Schlafraum, Küche) und einem für Kleinkinder ausgerichteten Außengelände mit großem Sandkasten, selbst gestalteten kleinen Blumen- und Gemüsebeeten sowie einem sehr gut ausgestatteten Fuhrpark individuell entfalten. Die Mädchen und Jungen haben bei uns Raum zum Spielen, Toben, Basteln, Lernen, Träumen – und erfahren sich im Zusammensein mit anderen sowie ihren Lebensraum in vielfältigen Situationen. Eltern bieten wir die Chance, sich aktiv an allen Belangen einer Initiative zu beteiligen und somit nah am Alltag der Kinder und ihrer Entwicklung zu sein.

Das Betreuungsteam besteht aus zwei tollen Erzieherinnen, die das Herzstück der Kallamatsch bilden,sowie einer engagierten Sozialassistentin, die den Erzieherinnen und damit auch den Kindern täglich zur Seite steht.

Die Gruppengröße von 11 Kindern ermöglicht es den beiden Erzieherinnen individuell auf den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes einzugehen und dadurch die aktuellen Entwicklungsprozesse spielerisch zu fördern.

Die Kallamatsch ist auch dieses Jahr eine Einsatzstelle für die Ableistung eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ).

Regelmäßig bereichern auch Praktikanten das Leben der Kallamatsch.

Die Betreuungszeit ist von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr.

 

Wie wir arbeiten

Die pädagogische Arbeit in der Kallamatsch basiert auf dem Situationsansatz. Was bedeutet, dass wir unsere Arbeit nach den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Kinder ausrichten. Wir akzeptieren alle Kinder wie sie sind, nehmen ihre Stärken und Schwächen wahr und fördern sie.

Die Kinder finden in unserer Kindergruppe einen persönlichen Ort mit einer familiären Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen und frei entwickeln können.

 

Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

 

Zwischen der Stadt Hannover und unserer Tageseinrichtung für Kinder wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Diese beinhaltet, dass die Tageseinrichtung die Aufgabe wahrnimmt Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Als Einrichtung tragen wir dafür Sorge, dass jede päd. Fachkraft den Inhalt und die fachlichen Anforderungen des §8a SGB VIII kennt und gewichtige Anhaltspunkte und Risiken von Kindeswohl erkennen kann.

 

Auf dieser Grundlage kann dann folgendes Verfahren zur Anwendung kommen:

Der/die Mitarbeiterin informiert unverzüglich die Leitung der Tageseinrichtung.

Gemeinsam werden die wahrgenommenen Anhaltspunkte einer Einschätzung unterzogen. Kommen MitarbeiterIn und Leitung zu dem Ergebnis, dass gewichtige Anhaltspunkte vorliegen können, wird eine in Kindeswohlgefährdungssituationen erfahrene Fachkraft hinzugezogen. In dem Verbund von Kindertageseinrichtungen freier Träger "Quantum", dessen Mitglied unsere Einrichtung ist, gibt es zur Zeit zwei "insofern erfahrene Fachkräfte", die wir bei Bedarf und nach ersten Gesprächen mit den Eltern ggf. hinzuziehen können. Die Fachkraft begleitet dann das weitere Verfahren. Den genauen Verfahrensablauf kann man jederzeit in der Einrichtung einsehen.

 

 

Kinder haben Rechte

Die Kallamatsch steht mit seinem Konzept hinter dem in Deutschland im Jahr 1992 in Kraft getretenem „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ - die UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen.

Seit dem ist die Konvention zum politischen Rahmen für alle Anstrengungen geworden, die Lebenssituation der Kinder zu verbessern.

Die Länder, die diese Konvention unterschrieben haben, stehen in der Pflicht, diese Rechte zu verwirklichen, und so setzt auch die Kallamatsch die Kinderrechte in seinem Alltag um.

 

So sind die vier Grundprinzipien prägend für den Charakter der Konvention , auf ihnen beruhen schließlich die einzelnen Kinderrechte:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung
  2. Das Kindeswohl hat Vorrang
  3. Das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung
  4. Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes

 

 

Umwelt und Gesundheit sind uns sehr wichtig

Die Kallamatsch begleitet die Kinder dabei selbstständig zu werden, um sich in der Erwachsenenwelt orientieren zu können. Als Erziehungsschwerpunkte stehen dabei insbesondere Umwelt und Gesundheit im Blickpunkt.

 

Sowohl die Pflege der eigenen Person (Hände waschen, Zähne putzen) als auch die Pflege der Umgebung (aufräumen, Tisch decken, Pflanzen gießen) sind altersgerecht einbezogen. Das Üben dieser alltäglichen Beschäftigungen hilft den Kindern, sich im Alltag zurechtzufinden. Das Anfordern von Unterstützung, um einen selbstständig begonnenen Prozess zu vollenden (zum Beispiel Brot schmieren, Schuhe an- und ausziehen) gehört zu den Übungen des Alltags.

 

Kinder sind kreativ. Sie nehmen ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr.

Unterschiedliche Möglichkeiten helfen ihnen, sich auszudrücken und mitzuteilen.

Musik, Malen, Bewegen, Gestalten, Darstellen – all dies erleben und erproben unsere Kinder im Kindergruppenalltag.

 

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit: Musik

Anfang 2019 haben wir uns dazu entschieden, Musik mit in den Kindergruppen-Alltag einfließen zu lassen.

Neben unserem Sitzkreis, in dem wir bereits viel Singen, und dem gesanglichen Begleiten von Alltagssituationen, haben wir nun auch jeden Mittwoch: Musiktag.

Dazu haben wir die Kinder in zwei Gruppen von jeweils 5 und 6 Kindern eingeteilt und diese Kleingruppen machen abwechselnd mit einer Erzieherin Musik.

Warum Musik?

Singen, Tanzen und Musizieren sind elementare Ausdrucksformen der Menschheit. Auch kleine Kinder haben ein großes Bedürfnis mit ihrer Stimme und ihrem Körper musikalisch und rhythmisch tätig zu sein. Sie lassen sich von Liedern beruhigen, bewegen sich gerne im Rhythmus der Musik und äußern Gefühle und Stimmungen in Melodien und Liedern (aus dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder, die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren).

 

Den respektvollen Umgang miteinander üben

Umgangsformen untereinander können von den Kindern erprobt und geübt werden, um ein rücksichtsvolles Miteinander zu erfahren und Freundschaften zu schließen. Ein offener, warmherziger und liebevoller Umgang miteinander unterstützt die Akzeptanz und das Einhalten von Gruppenregeln. Einen Standpunkt vertreten mit dem „Nein“-Sagen, die Konsequenz daraus zu erfahren und lernen, damit umzugehen – das ist ein wichtiger Bestandteil in der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Auch hier erhalten die Kinder Unterstützung in unserer Kindergruppe.

 

Sozialverantwortliche Verhaltensweisen sind in der Kallamatsch ein zentrales Erziehungsziel. Im täglichen Freispiel wird der respektvolle Umgang miteinander sowie sinnvolles Konfliktverhalten geübt, unterstützt und verselbstständigt. Die Entwicklung und Stärkung der Sozialkompetenz des Kindes stehen im Vordergrund.

 

Gruppenregeln werden nicht nur erklärt, sondern wenn möglich aus der Situation heraus mit den Erzieherinnen neu entwickelt und festgelegt.

 

Kommunikation

Die Fähigkeit, Sprache(n) zu erwerben ist Teil der genetischen Veranlagung eines Menschen. Das Gehirn eines Kleinkindes ist von Natur aus darauf vorbereitet, sprachliche Muster zu entdecken sowie Regeln zu bilden und zu verfeinern. Schon die Kleinsten verstehen viel. Bevor Kinder selbst erste Wörter aussprechen (Sprachfähigkeit), verfügen sie bereits über einen passiven Wortschatz. Sie zeigen durch ihre Blickrichtung oder ihr Verhalten, dass sie eine Mitteilung oder eine Aufforderung verstehen können (Sprachverständnis).

 

Die Sprachentwicklung verläuft individuell so unterschiedlich, dass in den ersten drei Lebensjahren nur schwer von einer altersgemäßen Entwicklung gesprochen werden kann, deshalb fördern wir jedes Kind entsprechend unterschiedlich im Kindergruppen-Alltag in Form von Gestik, Mimik und Sprache.

 

Wir begleiten die Kinder sprachlich während des Spielens, beim Aufräumen und anderen Alltagssituationen.

Außerdem bringen wir viel Gesang mit ein, wie z.B. beim Zähneputzen, beim Wickeln oder vor dem gemeinsamen Mittagsessen.

 

Durch die sprachliche Begleitung von Pflege-, Spiel- und Alltagssituationen mit Mimik, Gestik, einfachen Sätzen, das Singen von Liedern, das Vorlesen von Büchern sowie Gespräche über Bilder, Fotos vertrauter Personen oder Ereignisse aus dem Alltag der Kindertageseinrichtung schaffen wir Kommunikations- und Sprachanlässe, die Anregungen für sprachliche Entwicklung eines Kindes sind.

 

Auch Reime, Lieder und Fingerspiele – also eine betonte Sprache in Verbindung mit weiteren sinnlichen Reizen, Bewegung und Handlung – unterstützen die Kinder in ihrem Spracherwerb (aus dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder, die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren).

 

Der erste Kontakt: Wie wir die Eingewöhnung gestalten

Die Eingewöhnung in der Krippe ist ein Prozess, an dem Kind, Eltern und Erzieherinnen beteiligt sind. Das Kind wird mit Neuen und Unbekannten konfrontiert. Daher ist es uns wichtig, dem Kind und den Eltern eine individuelle Eingewöhnung zu bieten. Wir möchten ihnen genug Zeit geben, Vertrauen aufzubauen, um sich lösen zu können. Dies bietet ein gestaffelter Einstieg, bei dem sich eine Erzieherin auf das Kind und seine Eltern konzentrieren kann. Das Team beobachtet, nimmt langsam Kontakt zu dem Kind auf und entscheidet gemeinsam mit den Eltern über den ersten „Abschied“. Die Trennungszeit wird dann nach und nach erweitert, bis das Kind den ganzen Tag alleine in der Kindergruppe bleibt.

 

Die Rolle der Eltern

Wir legen viel Wert auf die Mitarbeit der Eltern und den Austausch untereinander. Die Eltern sind die Arbeitgeber, sie entscheiden, welche Ernährung die Kinder bekommen, erarbeiten gemeinsam mit den Erzieherinnen das pädagogische Konzept und machen Vorschläge für die Gestaltung des Kindergruppenalltags.

 

Zu diesen Rechten gehören natürlich auch Pflichten. Eine Kindergruppe als Elterninitiative funktioniert nur, wenn die Eltern Verantwortung übernehmen und engagiert mitarbeiten: Kochen, Putzen, Garten- und Vorstandsarbeit sowie die Unterstützung des pädagogischen Teams. Von allen Eltern wird ein gewisses Maß an zeitlichem und emotionalem Engagement erwartet.

 

Einmal monatlich finden Elternabende statt, auf denen organisatorische und auch inhaltliche Fragen geklärt werden. Highlights im Kindergruppenjahr sind ein gemeinsames Wochenende mit allen Familien, Laternenfest, Sommerfest sowie die Weihnachtsfeier. So entsteht eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern, die sich auch untereinander helfen oder sich darüber hinaus sogar privat treffen. Die Eltern können nachvollziehen, wie der Alltag in der Kindergruppe aussieht, weil sie ihn selbst erleben oder in vielen kleinen Gesprächen mit den Erzieherinnen beim Holen und Bringen die Befindlichkeiten der Kinder analysieren.

 

Ein Tag in der Kallamatsch: unser Tagesablauf

Der Tagesablauf in der Kindergruppe orientiert sich wesentlich an den Grundbedürfnissen von Kindern im Alter zwischen eineinhalb und drei Jahren. Täglich wiederkehrende Rituale geben den Kindern Sicherheit und vermitteln ihnen Verlässlichkeit. Für Kleinkinder sind Rituale wichtig, da sie ihnen ein Zeitgefühl ermöglichen.

 

7:30 bis 9:00 Uhr

Die Kindergruppe öffnet um 7:30 Uhr. Die Erzieherinnen begrüßen die ankommenden Kinder und Eltern und begleiten bei Bedarf den Abschied der Kinder von den Eltern. Während dieser Bringzeit spielen die Kinder frei. Eine Erzieherin bereitet das Frühstück in der Küche vor (gerne auch mit Unterstützung der Kinder), das dann gemeinsam mit den Kindern um 9.00 Uhr startet.

 

9:00 bis 11:30 Uhr

Nach dem Frühstück ist Zähneputzen angesagt und anschließend gibt es für die Kinder die Möglichkeit frei zu spielen oder an einem  der regelmäßig Stattfindenden Angebot teilzunehmen.Es steht den Kinder offen , ob sie daran teilnehmen möchten. Anregungen und Ideen der Kinder werden ,wenn machbar,dabei spontan umgesetzt.

 

Zudem finden in diesem Zeitraum auch Ausflüge,sowie Spielplatz-und Waldbesuche statt.

Das Außengelände der Kindergruppe Kallamatsch bietet den Kindern Raum für  Aktivitäten ,wie z.B das Fahren mit dem Dreirad,Roller oder Bobbycar und das Spielen im Sandkasten.

 

Die Eltern sorgen für geeignete Kleidung: Gummistiefel, Regenhose und Regenjacke, Schneeanzug im Winter, Sonnenhut im Sommer.

 

Zwischen 10:30 und 11:00 wird den Kindern eine Zwischenmahlzeit gereicht.

 

11:30 bis 13:00 Uhr

Ab 11:30 Uhr gibt es das Ritual des Mittagskreises, der mit Liedern, Finger- und Kreisspielen oder Geschichten, Bilderbuch zeigen gefüllt ist.

Außerdem wird diese Zeit genutzt Informationen mit den Kindern auszutauschen (z.B.  Was hast du in deinem Urlaub gemacht? Ist wer krank?).

 

Um 12:15 Uhr wird das Essen von einem Feinkostladen, welcher direkt in Bothfeld ansässig ist, geliefert. Die Kallamatsch hat sich bewußt für diesen stadtteil-ansässigen Feinkostladen entschieden, da dieser das Essen frisch zubereitet und auf die Wünsche der Kallamatsch eingeht. Beim Verteilen des Nachtisch und beim Abräumen der Tische helfen die Kinder fleißig mit.

 

13:00 bis 14:30 Uhr

Die Kinder halten Mittagsschlaf im Schlafraum, bei dem eine Erzieherin die Einschlafphase begleitet. Die Kinder, die nicht schlafen, stehen nach etwa einer halben Stunde wieder auf und beschäftigen sich außerhalb des Schlafraumes. Die Kinder werden – je nach Vereinbarung mit den Eltern – von einer Erzieherin oder spätestens zur Abholzeit (14:30 bis 15:30 Uhr) von den Eltern geweckt.

Stand: Juli 2019

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